Feedback / Vorschlag zur Neutralität zwischen Kanzlei und DOJ

  • Feedback / Vorschlag zur Neutralität zwischen Kanzlei und DOJ

    Grüße und Hallo,

    ich möchte gerne ein Feedback bzw. einen Vorschlag zu einer aktuellen Situation im Staat abgeben.

    Im Rahmen eines RP-Vorfalls rund um die neu eröffnete Anwaltskanzlei kam es am Tag der Eröffnung innerhalb von etwa drei Stunden zu mehreren Schussabgaben auf Bürger und Neulinge. In einer Situation wurde eine bewusstlose Person in einen hinteren Bereich der Kanzlei gebracht, wodurch der Medic keinen Zugriff hatte und die Person verstarb. In einer weiteren Situation wurden erneut zwei Neulinge erschossen und ebenfalls in einem hinteren Raum eingeschlossen, sodass medizinische Hilfe zunächst nicht möglich war.

    Wir als Polizei wollten diese Situation vollständig ausspielen. Nachdem wir außerhalb des Gebäudes Schüsse wahrgenommen hatten, sind wir aufgrund von Gefahr im Verzug in das Gebäude eingedrungen, konnten die verletzten Personen retten und haben anschließend versucht, die Situation rechtlich über das DOJ zu klären.

    Seit diesem Vorfall haben wir jedoch zunehmend das Gefühl, dass die Situation zwischen DOJ und der Kanzlei schwer neutral zu bewerten ist, da viele Mitglieder der Kanzlei gleichzeitig einen Zweitcharakter im DOJ besitzen – teilweise auch in höheren Positionen wie Richter oder Staatsanwälte.

    Bereits früh im Verlauf wurde uns durch Personen aus dem Umfeld der Kanzlei mehrfach mitgeteilt, dass ein möglicher Durchsuchungsbeschluss ohnehin nicht genehmigt werden würde. Diese Aussagen fielen bereits, bevor ein entsprechender Antrag überhaupt gestellt oder geprüft worden war.

    Im Nachhinein hat sich dieser Eindruck für uns leider bestätigt, da der Antrag trotz ausführlicher Dokumentation des Sachverhalts bislang ebenfalls nicht durchgegangen ist. Dadurch entsteht aus unserer Sicht der Eindruck, dass Entscheidungen möglicherweise bereits im Vorfeld als aussichtslos dargestellt werden, was das Vertrauen in ein neutrales Verfahren erschwert.

    Ich spiele nun seit etwa 3,5 Jahren auf dem Server und war bisher immer sehr zufrieden mit der Arbeit des DOJ. In dieser speziellen Konstellation habe ich jedoch das Gefühl, dass ein Interessenkonflikt entstehen kann, wenn Personen gleichzeitig in der Kanzlei und im DOJ tätig sind.

    Mein persönlicher Vorschlag wäre daher, über eine Regelung nachzudenken, ähnlich wie es sie früher bereits bei bestimmten Rollen gab. Ein Beispiel hierfür war die frühere Situation, in der SWAT und DTU nicht gleichzeitig in Bad-Fraktionen gespielt werden durften, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

    Eine mögliche Lösung wäre daher zum Beispiel:

    • Rechtsanwälte dürfen nicht gleichzeitig Richter spielen
    • Staatsanwälte wären weiterhin möglich
    • Ziel wäre eine klarere Neutralität zwischen Kanzlei und Justiz

    Mir ist wichtig zu betonen, dass ich nicht gegen Anwälte im Staat bin – im Gegenteil, sie sind für gutes RP sehr wichtig. Mein Anliegen bezieht sich lediglich auf die Wahrung der Neutralität, damit Situationen zwischen Polizei, Kanzlei und DOJ weiterhin fair ausgespielt werden können.

    Vielen Dank fürs Lesen und fürs Prüfen des Vorschlags.

    Liebe Grüße
    Gonzoo aka Daniel Gonzales

  • Hallöchen,

    Gegen einen Ablehnungsbescheid kann immer Widerspruch eingelegt werden. Bei wahrgenommener Bevorzugung kann beim Parlament ein Antrag auf Verfolgung wegen Rechtsbeugung gestellt werden - Ironischerweise kam dieser auch für die letzte Kanzlei zum Einsatz (obgleich etwas ungeschickt). Als oberste Instanz ist das Verfassungsgericht vorhanden.

    Das Rollenspiel kann damit vollständig im Spiel ausgetragen werden.

  • Da du explizit eine Situation ansprichst, in welcher ich indirekt beteiligt bin, äußere ich mich dazu mal. Den ursprünglichen DB hat ein Richter bearbeitet, welcher in keinerlei Verbindung zu der Anwaltskanzlei steht. Die Abweisung habe ich bearbeitet. Ich habe zwar eine Mitarbeiterrolle auf dem DC der Kanzlei, habe dort jedoch noch nie etwas geschrieben, bzw. hat mein 2. Char nicht mal den Job. Außerdem hat meine Abweisung nichts mit dem Inhalt des Durchsuchungsbeschlusses zu tun und ich habe extra erwähnt, dass ein formgerechtes Rechtsmittel eingelegt werden kann.
    Zudem gibt es explizit eine Regel, welche das DOJ zur Neutralität verpflichtet. In dem von dir angesprochenen Fall sehe ich aber leider auch die Parallelen nicht zwischen dem Anwalts RP und dem DOJ RP.

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen.

    Vielleicht noch einmal zur Einordnung meines ursprünglichen Beitrags:
    Mein Anliegen war in erster Linie kein Support- oder Regelreport, sondern ein Feedback zur aktuellen Struktur und Wahrnehmung im RP.

    Mir ist bewusst, dass es für konkrete Regelverstöße den Support sowie die Multichar-Regel gibt. Hätten wir tatsächlich eindeutige Beweise für Regelverstöße gehabt, wären wir selbstverständlich direkt diesen Weg gegangen.

    Der Hintergrund meines Feedbacks war eher ein subjektiver Eindruck, der im RP entstanden ist. Gerade durch die aktuelle Konstellation zwischen Kanzlei und DOJ entsteht bei uns teilweise das Gefühl, dass es schwierig sein kann, eine vollständige Neutralität wahrzunehmen. Mir ist aber auch klar, dass ein Eindruck nicht automatisch bedeutet, dass tatsächlich etwas falsch läuft.

    Was dieses Gefühl jedoch verstärkt, sind Situationen, die wir in erlebt haben. Beispielsweise kam es vor, dass Beamte, die zusätzlich im DOJ und in der Kanzelei tätig sind, kurze Zeit nach einem Einsatz im RP auf uns zukamen und nachgefragt haben, was wir konkret gegen die Kanzlei vorhaben, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Anzeige oder Dokumentation erstellt hatten.

    In einem anderen Fall wurden wir im RP von DOJ-Mitgliedern kontaktiert und auf die Situation angesprochen, bevor überhaupt eine offizielle Strafanzeige von uns eingereicht wurde geschweige den der DB oder eine Anfrage. Solche Momente sorgen natürlich dafür, dass sich schnell der Eindruck bildet, dass Informationen zwischen Charakteren möglicherweise nicht immer vollständig getrennt werden.

    Ich möchte dabei ausdrücklich betonen, dass ich niemandem bewusstes Fehlverhalten unterstellen möchte. Allerdings ist es allgemein ein bekanntes Problem im Rollenspiel gerade auf ModernV, dass die vollständige Trennung von Charakterwissen und Spielerwissen nicht immer perfekt funktioniert – gerade wenn Personen mehrere Rollen mit stark miteinander verbundenen Themen spielen.

    Genau aus diesem Grund war mein Vorschlag eher als strukturelle Überlegung gedacht, ähnlich wie es früher bereits bei anderen Konstellationen gehandhabt wurde (z. B. SWAT und Bad-Frak). Dort wurde eine Trennung eingeführt, um mögliche Interessenkonflikte oder Wahrnehmungsprobleme im RP zu vermeiden.

    Mir ging es also nicht darum, einzelne Personen oder Entscheidungen anzugreifen, sondern lediglich darum, eine Perspektive aus dem Polizei RP einzubringen und aufzuzeigen, wie bestimmte Situationen aus unserer Sicht im RP wahrgenommen werden.

    Am Ende ist es immer noch Rollenspiel, und gerade deshalb finde ich es wichtig, dass alle Seiten das Gefühl haben, dass Entscheidungen und Verfahren neutral und nachvollziehbar im RP entstehen.

  • Ich finde das Argument „Zudem gibt es explizit eine Regel, welche das DOJ zur Neutralität verpflichtet“ ehrlich gesagt etwas schwierig und nicht wirklich zielführend.

    Nur weil es eine Regel gibt, heißt das leider nicht automatisch, dass eine bestimmte Konstellation im RP auch wirklich unproblematisch ist. Es gibt zum Beispiel auch die Meta-Regel und trotzdem wissen wir alle, dass Meta in der Praxis oft schwer nachweisbar ist und dennoch gab es die FIB/SWAT/DTU-BadFrak Regel - besonders wenn es eher unterschwellig passiert. Ähnlich ist es mit FailRP: Auch das ist klar geregelt, trotzdem fährt gefühlt jeder mit 300 km/h durch die Innenstadt.

    Der Punkt, den Gonzales angesprochen hat, zielt meiner Meinung nach deshalb eher auf die Struktur ab und nicht darauf, einzelnen Personen Fehlverhalten zu unterstellen. Selbst wenn sich alle Beteiligten korrekt verhalten, kann eine enge Überschneidung zwischen Rollen trotzdem schnell den Eindruck entstehen lassen, dass Informationen möglicherweise nicht komplett getrennt bleiben.

    Genau aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit auch andere Konstellationen wie SWAT und Bad-Frak getrennt. Nicht unbedingt, weil ständig Regelverstöße passiert sind, sondern um potenzielle Interessenkonflikte oder zumindest die Wahrnehmung davon von vornherein zu vermeiden. Deshalb finde ich den Gedanken einer präventiven Trennung in solchen Fällen grundsätzlich nicht unlogisch – einfach damit alle Seiten im RP das Gefühl haben können, dass Entscheidungen wirklich neutral entstehen.

    GaLieGrü
    Dominik :)

    Vertrauen ist wie Glas. Wenn es zerbricht, kann man es vielleicht wieder zusammenfügen, aber es wird nie wieder dasselbe sein.
    ~ Raymond Reddington


    The Blacklist

    Kraftfahrzeugmechatroniker bei Ford Werke Deutschland
    Rettungssanitäter und organisatorischer Leiter für Großschadensalagen ; Brandschutzerzieher, ABC-Fachberater und Zugführer der Feuerwehr
    Ehrenamtlicher Kommunalpolitiker Düsseldorf ; Rettungsschwimmer & Bootsführer der DLRG
    Mitglied Katastrophenschutzbeirat des Landes Nordrhein-Westfalen

  • Hallo Gonzoo,

    Da ich hier als Leitung Kanzlei irgendwie von dem ganzen betroffen bin, würde ich mich gerne auch dazu äußern.

    Da du ja bereits erwähnt hattest, dass es dir hier weniger um die Situation ( in der Kanzlei) an sich geht, würde ich vorerst nur auf das Konstrukt zwischen DOJ und der Kanzlei eingehen, ansonsten kann ich auch gerne nochmal erläutern was mit den Bewusstlosen Personen passiert ist bevor sie tot waren...

    Was den von dir angesprochenen Punkt der Neutralität betrifft, kann ich den grundsätzlichen Gedanken hinter deinem Feedback durchaus verstehen. Gerade in einer RP-Struktur, in der Spieler mehrere Rollen ausüben, kann es natürlich schnell zu Wahrnehmungen kommen, bei denen der Eindruck entsteht, dass Rollen möglicherweise stärker miteinander verknüpft sind, als sie es tatsächlich sein sollten, vor allem dann wenn man die internen Abläufe des DOJ nicht einsehen kann.

    Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass allein die Existenz von Zweitcharakteren im DOJ nicht automatisch bedeutet, dass diese Personen Einfluss auf entsprechende Entscheidungen nehmen. In der konkreten Situation wurde bewusst darauf geachtet, dass Personen, die direkt am Vorfall beteiligt waren, keine Entscheidung über entsprechende Anträge treffen, weshalb ich extra in diesen Antrag geschrieben habe, dass ich diesen Beschluss nicht bearbeiten kann. Der letztendliche Beschluss wurde daher von einem Richter getroffen, der weder an der Situation beteiligt war noch in Verbindung mit unserer Kanzlei steht, dort war es um genau zu sagen Aiden Jones - Die Leitung des District Courts welcher aus meinen Erfahrungen ziemlich neutral handelt.

    Bezüglich der Aussage, dass ein möglicher Durchsuchungsbeschluss „ohnehin nicht genehmigt werden würde“: Diese Aussage wurde aus der RP-Perspektive getroffen und nicht mit dem Hintergrund wissen über eine tatsächliche Entscheidung im DOJ. Solche Aussagen gehören aus meiner Sicht des Öfteren zur Argumentation innerhalb des Rollenspiels und stellen keine Vorwegnahme einer realen Entscheidung dar.

    Um jedoch auf deinen Vorschlag bezüglich einer möglichen Regeländerung einzugehen, muss ich sagen, dass ich das in gewisser Weise etwas anders sehe. In der beschriebenen Situation mag es für dich als Außenstehenden so gewirkt haben, als würden Charaktere aus anderen Jobs Einfluss auf die Entscheidung nehmen. Aus unserer Sicht war das jedoch nicht der Fall.

    Spielern, die im RP gerne rechtliche beziehungsweise juristische Inhalte ausspielen, eine ihrer Rollen zu nehmen, halte ich zudem für schwierig. Viele interessieren sich sowohl für das Anwalt-RP als auch für andere Bereiche des Servers, und ihnen deshalb eine Rolle zu streichen, obwohl sie beide gerne spielen, fände ich nicht fair. Genau für solche Situationen gibt es – wie Nils bereits erwähnt hat – die bestehende Neutralitätsregel im DOJ.

    Ich denke außerdem, dass eine solche zusätzliche Regel langfristig eher dem Anwalt-RP schaden könnte, gerade wo wir eine neue Kanzlei und damit eine neue Möglichkeit für Spieler geschaffen haben. Der Beruf bietet naturgemäß nicht rund um die Uhr Beschäftigung, und viele Spieler übernehmen ihn gerade deshalb neben anderen Rollen. Zum einen hat man als Anwalt nicht permanent etwas zu tun, und zum anderen braucht man im RP auch hin und wieder Abwechslung.

    Vielen Dank daher noch einmal für dein Feedback und dafür, dass du deine Sichtweise geschildert hast.
    Falls du nochmal gesprächsbedarf hast, können wir gerne nochmal über die Situation sprechen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Paulo | Administrator und Fraktionsverwalter



    Kontaktmöglichkeit
    Discord - paulo1121201

  • Hallo und Grüße Paul,

    danke dir für die ausführliche Erklärung und deine Sicht auf die Situation.

    Mir ging es in meinem Beitrag tatsächlich weniger darum, den konkreten Einsatz oder einzelne Entscheidungen noch einmal im Detail aufzuarbeiten – der Ablauf wurde bereits im ursprünglichen Beitrag geschildert. Der eigentliche Punkt meines Feedbacks war eher die Wirkung solcher Konstellationen im RP nach außen.

    Mir ist bewusst, dass intern darauf geachtet wird, dass beteiligte Personen Entscheidungen nicht selbst bearbeiten und dass Zweitcharaktere nicht automatisch Einfluss bedeuten. Gleichzeitig entstehen für Außenstehende dennoch schnell Situationen, die zumindest Fragen aufwerfen – besonders wenn verschiedene Rollen sehr eng miteinander verknüpft sind.

    Hinzu kommen einzelne Situationen, die das Vertrauen in die Trennung der Rollen nicht unbedingt stärken. Wenn man beispielsweise im RP relativ früh auf Vorgänge angesprochen wird von 2. Charaktern deiner Mitarbeiter die auch bei uns Arbeiten, bevor überhaupt offizielle Schritte eingeleitet wurden, wirkt das aus unserer Perspektive natürlich zumindest ungewöhnlich und Weckt misstrauen.

    Ich möchte hier niemandem bewusstes Fehlverhalten unterstellen. Mir ging es mit dem Feedback vielmehr darum aufzuzeigen, dass solche Konstellationen im RP schnell den Eindruck fehlender Neutralität erzeugen können, auch wenn das intern vielleicht anders aussieht.

    Am Ende ist es immer noch Rollenspiel, und genau deshalb halte ich es für wichtig, dass Entscheidungen und Abläufe für alle Seiten möglichst nachvollziehbar wirken.
    Auch die Staatsanwaltschaft hat in dem Sinne nicht die eigenen Abläufe eingehalten wodurch es auch da zu Missverständnisen kam was Natürlich beigetragen hat zu der Gesammtsituation.
    Wir schon gesagt, wir Spielen die Situation, ja bewusst aus. Jedoch wünschen wir uns Änderungen für die Zukunft um solch ein Misstrauen zu vermeiden.

    Das Gespräch kann man gerne führen da mein Feedback nicht auf Groll basiert, sondern Ledigtlich aus den Eindrücken von mir als auch von einigen anderen.
    Würde mich sonst mal bei dir Melden bei Bedarf.



    Liebe Grüße
    Daniel Gonzales

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